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Video von der Pressekonferenz


Künstler im Dialog mit der Wissenschaft

In „Experiment Zukunft“ wird die Kunsthalle Rostock 2019 zum Forschungslabor

Samstag, 28.10.2017

Rostock. Die Künstler kommen aus ganz Europa – Großbritannien, Italien, Polen, Türkei, Schweiz, Norwegen und natürlich auch Deutschland. Und sie verorten jetzt schon, was Rostock für ein Kunstraum ist, versuchen herauszufinden, was die Hansestadt für ein Lebensraum ist – und vor allem: auch mal sein wird. Das Projekt für eine stadtumfassende Ausstellung vereint zum 800. Geburtstag der Hansestadt Rostock 2019 und zum 600. der Universität im Jahr 2019 gleich drei große Institutionen: Uni, Kunsthalle und Hansestadt mitsamt Kulturhistorischem Museum.

Noch steht das Programm nicht im Detail. Auch sind alle Künstler noch lange nicht festgelegt. Doch einige haben sich bereits jetzt schon auf Spurensuche an die Warnow begeben. Darunter Künstler aus Weißrussland und den Niederlanden. Dr. Susanne Jaschko, Kuratorin aus Berlin, bereitet die Ausstellung vor, begleitet sie und bringt vor allem Künstler, Kunsthalle, Stadt und Uni an den wichtigen Nahtstellen immer wieder zusammen. Das Ausstellungsprojekt wird sich „Experiment Zukunft“ nennen und verrät bereits, wohin die Reise gehen soll. In den beiden Jubiläumsjahren wollen Stadt und Uni nicht nur zurückblicken und feiern, sondern in der Verbindung von Kunst und Wissenschaft wichtige Zukunftsfragen angehen. Susanne Jaschko sagt: „Die Uni begibt sich damit auf ein Gebiet – das Gebiet der Kunst – das nicht ihres ist.“ Das jedoch sei nicht nur Wagnis, sondern ein neuer Weg, den Künstler als auch Wissenschaftler mittlerweile gehen: die künstlerische Forschung und Künste, die nahe an den Wissenschaften sind. Künstlerische Forschung sei Forschungspraxis, die es seit ungefähr zehn Jahren gibt und die von Künstlern betrieben wird, die sich einem wissenschaftlichen Gebiet widmen und es durchdringen.

„Ich versuche, Künstler in den Dialog mit den Wissenschaften vor Ort zu bringen“, sagt Jaschko. Die Arbeiten, die dabei zu erwarten sein werden, sind weniger Malerei als experimenteller Art – Installationen, interaktive Kunstwerke und prozessuale Arbeiten. Allein in der Kunsthalle wird das „Zukunftslabor“ dafür auf zwei Etagen und einer Ausstellungsfläche von 1800 Quadratmetern Kunstwerke in diesem Sinne zeigen und Aktionen im Außenbereich ansiedeln. Neben der Kunsthalle als Zentrum der Schau sollen experimentelle Arbeiten, Formate zum Mitmachen sowie Workshops in der Hansestadt angesiedelt werden, um die Schau für die Öffentlichkeit möglichst zugänglich zu machen.

In kreativen Prozessen sind es natürlich oft die Künstler, die voranschreiten, während Wissenschaftler oft konservativer an die Sachen herangehen. Diese künstlerische Praxis gibt es zwar schon einige Jahre, aber auch die Wissenschaften stehen unter dem Druck, sich zu öffnen. Mit über 20 Projekten richtet die Schau von März bis Juni 2019 den Blick in die Zukunft. Jaschko: „Hier treffen forschende Kunst und Wissenschaft aufeinander und loten gemeinsam die Zukunft aus. Das ist in Rostock eine besondere Konstellation. Wo ist schon eine Universität Veranstalter einer Ausstellung in einer Kunsthalle? Ein in der deutschen Kulturlandschaft einmaliges Projekt.“

Michael Meyer
OZ Mantel - Kultur
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Pressemitteilung 10.7.2017
Die Rostocker Kunsthalle wird zum „Zukunftslabor“
Dr. Susanne Jaschko ist die Kuratorin der experimentellen Ausstellung zum Universitätsjubiläum

Es ist wohl das ambitionierteste Projekt zum 600. Jubiläum der Universität Rostock. In Kooperation mit der Stadt Rostock ist eine Ausstellung mit internationaler Ausstrahlung unter dem Titel „Experiment Zukunft“ für 2019 in Planung. Dr. Susanne Jaschko aus Berlin wird die Exposition als Kuratorin leiten. Vorgesehen sind dafür 1.800 m² Ausstellungsfläche auf zwei Etagen in der Kunsthalle Rostock sowie Aktionen im Außenbereich.

„Wir sind sehr froh, mit Dr. Susanne Jaschko eine international erfahrene und anerkannte Kuratorin für die künstlerische Leitung der großen Ausstellung „Experiment Zukunft“ in der Kunsthalle gewonnen zu haben“, betonte Prof. Dr. Wolfgang Schareck, Rektor der Universität Rostock. „Gemeinsam mit der Stadt, unseren Wissenschaftlern sowie der Kuratorin und den Künstlern wagen wir uns auf eine Reise, deren Zielort wir noch nicht kennen. Genau das macht diese Ausstellung so reizvoll und einzigartig“, so Schareck. Oberbürgermeister Roland Methling freute sich, dass es in unserer hektischen Zeit und im Doppeljubiläumfieber möglich ist, ein so packendes, aber auch aufwändiges Projekt zu realisieren. „Wir sind sehr gespannt, wie die Forscher und Künstler im kritischen Zusammenspiel die Zukunft und ihre Herausforderungen an uns alle erlebbar machen werden“, so Methling.

Kunst und Wissenschaft nach der Zukunft befragt „Experiment Zukunft“ ist ein Projekt der Universität Rostock, die im Ausstellungsjahr ihr 600-jähriges Bestehen feiert. Die Ausstellung wird von Ende März bis Juni 2019 in der Kunsthalle und an anderen Orten in Rostock stattfinden. Mit über 20 künstlerischen Projekten in der Ausstellung sowie einem vielfältigen Workshop-, Film- und Performanceprogramm und einer zweitägigen internationalen Fachkonferenz ist „Experiment Zukunft“ das umfangreichste Vorhaben im Unijubiläumsjahr.

„Im „Experiment Zukunft“ treffen forschende Kunst und Wissenschaft aufeinander und loten
gemeinsam die Zukunft aus. Mit diesem Ansatz und in dem geplanten Umfang ist es ein in der
deutschen Kulturlandschaft herausragendes Projekt“, hob die Kuratorin Dr. Susanne Jaschko heute in der Kunsthalle Rostock hervor.

„Die Ausstellung lenkt unseren Blick nach vorne und befragt die Wissenschaft und Kunst gemeinsam nach einem neuen und anderen Verständnis der Welt. Welche Perspektiven nehmen die beiden Disziplinen auf die Welt von morgen ein? Welche Zukunftsbilder lassen sich generieren und welche Handlungsräume eröffnen sich? Oder anders formuliert: Werden und wollen wir so leben? Und: Was ist zu tun?“, erläuterte die Kuratorin ihren konzeptionellen Ansatz.

„Experiment Zukunft“ ist ein „Ausstellungsprozess“ mit fließenden Grenzen zum Alltag, zur Stadt und zum Naturraum - eine Art Labor, in dem Menschen zusammenkommen, um gemeinsam zu denken, zu reden, zu experimentieren und zu gestalten. Die Ausstellung soll auch polarisieren und provozieren, in dem ästhetische, ethische und gesellschaftliche Normen hinterfragt werden und gleichzeitig ein emotionaler und sinnlicher Ort sein, in dem auch körperliche Erfahrung zur Erkenntnis führt.

Mitmachen ist Programm und erwünscht
Das Ausstellungsprojekt soll verschiedene Besucher- und Teilnehmergruppen ansprechen. Ein
entsprechend zugeschnittenes Veranstaltungsprogramm ist in der Entwicklung. Neben einer
international angelegten zweitägigen Konferenz zu „Kulturen des Forschens“, die sich an Experten aus Kultur und Wissenschaft richtet, sind verschiedene Workshops und ein umfangreiches Filmprogramm für ein breites Publikum in Planung.

„Experiment Zukunft“ bietet auch Kreativen aus Mecklenburg-Vorpommern die Möglichkeit, das
Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Zukunft künstlerisch zu erforschen. „Sie sind eingeladen, ihre Ideen einzubringen“, machte die Kuratorin deutlich.
Interessenten können sich an das Uni-Jubiläumsbüro wenden (jubilaeum2019@uni-rostock.de).
Interdisziplinär und experimentell Im Rahmen der Ausstellung werden vor allem Kunstprojekte präsentiert, die von dem Wissens-, Kultur- und Naturraum Nordeuropas und rund um die Ostsee inspiriert sind, deren Modellcharakter sie jedoch ohne weiteres auf andere Orte übertragbar macht.

Eine besondere Rolle spielt dabei die Interdisziplinäre Fakultät der Universität Rostock, die die
komplexen Zusammenhänge zwischen Kultur, Gesellschaft, Ökonomie und Ökologie erforscht. Die künstlerisch-wissenschaftlichen „Zukunftslabore“ im „Experiment Zukunft“ sind von ihr inspiriert und befassen sich thematisch mit dem Altern, dem Wissen, der Nanowelt und dem Lebensraum des
Meeres.
 1. Presseinformation Experiment Zukunft (196.4 KB)